Die Sonne produziert bizarre Kunstwerke Foto-Ausstellung über Nordlichter im Natureum Niederelbe eröffnet
Wer sie selbst einmal live sehen möchte, braucht eine Portion Glück und muss im richtigen Moment zum Himmel schauen: Polar- oder Nordlichter gehören zu den eindrucksvollsten Naturerscheinungen. Sie fesseln den Betrachter vor allem durch ihr bizarres Form- und Farbenspiel. Nordlandfahrer schwärmen noch Jahre danach von diesem Erlebnis. Besucher des Natureums Niederelbe können sich nun an dem Anblick erfreuen, ohne eine weite Reise unternehmen zu müssen: Im Küstennaturmuseum an der Ostemündung wurde die Foto-Ausstellung „Nordlichter – Kunstwerke der Sonne“ eröffnet, ein Höhepunkt der Veranstaltungen im Winterhalbjahr.
Zu sehen sind etwa 40 farbige Bilder des in Tromsö/Nordnorwegen lebenden Fotografen Hinrich Bäsemann (62). Er wurde für seine Arbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet. Das Natureum präsentiert seine Nordlichter-Ausstellung mit großzügiger Unterstützung der HSH-Nordbank in Hamburg. Die Bildgröße der gerahmten Motive beträgt bis zu 100 x 70 Zentimeter.
Das Nordlicht wird von der Sonne produziert. Beständig „weht“ ein unregelmäßiger Sonnenwind mit einigen 100 Kilometern pro Sekunde zur Erde. Die darin enthaltenen elektrisch geladenen Teilchen werden vom irdischen Magnetfeld eingefangen und zu den Polen abgelenkt. Hier dringen sie in die Lufthülle ein und regen die Atome und Moleküle in einer Höhe von über 80 bis 100 Kilometer zum Leuchten an. Gelbe und grüne Farben sind am häufigsten, es kommen aber auch rote und blaue Farben vor.
Polarlichter treten auf der Nord- und Südhalbkugel auf. Im nördlichen Skandinavien kann man sie im Mittel an zwei von drei Nächten sehen, in Deutschland bis zu zweimal im Jahr. Die gleichzeitig auftretenden starken elektrischen Ströme und Magnetfelder können Satelliten beschädigen oder auf der Erde zu Stromausfällen führen.
Dr. Hinrich Bäsemann, geboren auf Juist, schloss sein naturwissenschaftliches Studium an der Universität Hamburg als Diplom-Geologe mit dem Schwerpunkt Eiszeit ab. Seit 25 Jahren arbeitet er als Wissenschaftsjournalist. Sein Hobby, die Fotografie, machte er mehr und zum Beruf, nachdem er seinen Hauptwohnsitz von Hamburg nach Tromsö verlegt hatte. Seit 1993 lebt Bäsemann mit seiner Frau in Norwegen.
Am Sonntag, 7. Dezember, um 15 Uhr, hält Hinrich Bäsemann im Natureum Niederelbe einen Vortrag über die Nordlichter, die Eisbären und den Klimawandel in der Arktis. Dazu sind Interessierte herzlich eingeladen.
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