Nonnengänse und Glühwein Führungen des Natureum zum Vogelzug am dritten Adventssonntag
Balje/Neuhaus. Im Natureum Niederelbe zeigt sich ein Winterpanorama, das seines gleichen sucht: Vor den Vogelbeobachtungsstationen am Ostewatt sind mehrere tausend Gänse und Watvögel wie zum Beispiel Nonnengänse, Brachvögel und Goldregenpfeifer zu sehen. Am dritten Adventssonntag, 14. Dezember, wird den Besuchern des Natureums eine interessante Mischung angeboten: Mit fachkundiger Begleitung können sie Zug- und Rastvögel beobachten. Zum Aufwärmen gibt es Glühwein und Tee.
Der Beobachtungspavillon des Küstennaturmuseums mit seinen Spektiven bietet zu dieser Jahreszeit einen einzigartigen Blick in die Vogelwelt an der Niederelbe. Wer möchte, kann sich um 12.30 und 14.30 Uhr durch kostenlose Führungen auf die Vogelbeobachtung in der Beobachtungsstation vorbereiten. Treffpunkt ist jeweils die Information im Ausstellungsgebäude des Natureums.
Schadstoffen im Meer auf der Spur Forschungszentrum Terramare stellt im Natureum Niederelbe aus
Balje/Neuhaus. Sie sind weltweit den Schadstoffen in Flusssystemen und im Meer auf der Spur, etwa am indonesischen Fluss Siak, vor der brasilianischen Hafenstadt Paranaguá oder im heimischen Jadebusen. Sie interessieren sich dafür, was der bronzezeitliche Mensch in Ostfriesland auf dem Teller hatte. Sie wollen wissen, wie erfolgreich Seevögel brüten, wenn sich ihre Salzwiesen verändern. Die Wissenschaftler am Forschungszentrum ICBM-Terramare in Wilhelmshaven verfolgen spannende Fragestellungen in der Meeresforschung. Eine Ausstellung im Natureum Niederelbe vermittelt bis Ende dieses Jahres Einblicke in die Arbeit der Forscher.
Seit diesem Jahr ist das Forschungszentrum Terramare ein Bestandteil des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg. 40 Mitarbeiter sind am Standort Wilhelmshaven tätig. Bis Ende 2008 werden dort vier wissenschaftliche Arbeitsgruppen aktiv sein. Zwei hatten bis zum Sommer ihre Arbeit aufgenommen: Geoökologie und Meereschemie. Anfang Juli fand sich die AG Planktologie in der Jadestadt zusammen und in Kürze wird die AG „Impulse“ als Arbeitsgruppe integrative Modellierung von Oldenburg nach Wilhelmshaven umziehen.
Jetzt informiert eine Ausstellung im Natureum über die Arbeit der Geoökologie und Meereschemie. Das Terramare-Team untersucht, wie sich die Pflanzenwelt in einem früheren Sommerpolder auf Langeoog verändert hat. In den 1990er Jahren wurden Pipelines durch das Wattenmeer verlegt. Als Ausgleich für den Naturschutz hat man den alten Sommerdeich auf Langeoog abgetragen. Seitdem erobert das Meer hier Land zurück. Die Zahl und Arten der Pflanzen verändern sich unter den Augen der Forscher.
Gegenstand einer neuen außergewöhnlichen Analyse ist die Ernährung der Küstenbevölkerung in der Bronzezeit. Dabei werden Tonscherben aus Grabungen von den Chemikern auf Fettsäuregehalte untersucht. Dies erlaubt Rückschlüsse auf die damalige Nahrungszusammensetzung. Die Arbeitsgruppe integrative Modellierung bearbeitet die Fragen: Wie werden Muschellarven verdriftet? Welche Auswirkungen haben Ölunfälle und was bewirken Nährstoffeinträge ins Meer? Hier arbeitet das ICBM-Terramare mit anderen Forschungsinstituten, Behörden und der freien Wirtschaft zusammen.
Die Ausstellung zeigt Modelle, Grafiken, Poster und eine Computeranimation und ist noch bis zum 31. Dezember 2008 im Natureum Niederelbe zu sehen. Geöffnet: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr. Sie erreichen das Natureum Niederelbe in 21730 Balje/Neuhaus (Oste) über Stade - Wischhafen/Elbefähre - Freiburg oder die B 73 Stade - Cuxhaven (Abfahrt Neuhaus/Natureum). Der Eintritt beträgt 5,00 €, erm. 4,00 €. Info-Telefon: 04753/844480, Internet: www.natureum-niederelbe.de. Hunde dürfen nicht auf das Museumsgelände.
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